
29.09.26
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Review-Bombing bei Google: Was Restaurants und Hotels tun können
Fünf Sterne. Eigentlich eine gute Nachricht. Doch im Text steht plötzlich, die Tische seien schmutzig, der Service schlecht oder das Hotelzimmer ungepflegt. Und kurz darauf erscheinen weitere Bewertungen mit einem auffällig ähnlichen Muster.
Bei Review-Bombing treten innerhalb kurzer Zeit ungewöhnliche oder koordinierte Bewertungen auf, die nicht auf echten Gästeerfahrungen beruhen oder die Bewertung eines Betriebs manipulieren sollen. Google verbietet Rezensionen ohne reale Erfahrung sowie ungewöhnliche Bewertungsmuster, die auf Manipulation hindeuten.
Warum solche Bewertungen nicht unterschätzt werden sollten
Für einen neuen Gast sind Google-Bewertungen oft Teil des ersten Eindrucks. Dabei zählt nicht nur die Anzahl Sterne. Auch Aussagen über Sauberkeit, Service, Essen oder Zimmer können die Entscheidung für oder gegen einen Betrieb beeinflussen.
Hinzu kommt ein weiterer Punkt: Google nutzt Inhalte aus Rezensionen, um häufig genannte Themen und Rezensions-Snippets zu einem Unternehmen zu erstellen. Wiederkehrende Begriffe können dadurch stärker sichtbar werden.
Auch KI spielt zunehmend eine Rolle. Google Maps nutzt Gemini in bestimmten Märkten, um Bewertungen zusammenzufassen und Fragen zu Orten zu beantworten. Die genaue Gewichtung einzelner Rezensionen legt Google allerdings nicht offen.
Deshalb lohnt es sich, nicht nur die Sterne zu kontrollieren, sondern auch den Text neuer Bewertungen.
Woran erkennen Sie verdächtige Bewertungen?
Ein genauerer Blick lohnt sich besonders, wenn mehrere Auffälligkeiten zusammenkommen:
- mehrere ähnliche Bewertungen innerhalb weniger Stunden oder Tage
- gleiche oder sehr ähnliche Formulierungen
- Aussagen, die sich keinem Restaurantbesuch oder Hotelaufenthalt zuordnen lassen
- fünf Sterne, obwohl der Text deutlich negativ ist
- dasselbe Muster bei mehreren Betrieben
Eine einzelne ungewöhnliche Rezension ist noch kein Beweis für Review-Bombing. Auffällig wird es vor allem dann, wenn sich ein Muster wiederholt.
Betroffen? So gehen Sie vor
1. Bewertungen zuerst sichern
Machen Sie Screenshots der auffälligen Rezensionen und notieren Sie Profilname, Datum und wenn möglich den direkten Link.
Tauchen mehrere ähnliche Bewertungen auf, dokumentieren Sie diese gemeinsam. So bleibt das Muster nachvollziehbar.
2. Bewertung bei Google melden
Öffnen Sie Ihr Google Unternehmensprofil, gehen Sie zu den Rezensionen und melden Sie die betreffende Bewertung.
Wählen Sie dabei den Grund aus, der am besten zum möglichen Richtlinienverstoss passt. Google prüft anschliessend, ob die Rezension gegen die eigenen Richtlinien verstösst. Die Prüfung dauert laut Google in der Regel mehrere Tage.
3. Wird die Bewertung nicht entfernt, Einspruch einlegen
Über das Google Tool zum Verwalten von Bewertungen können Sie den Status Ihrer Meldung prüfen.
Stellt Google zunächst keinen Richtlinienverstoss fest, können Sie einmalig Einspruch einlegen. Dabei können bis zu zehn Bewertungen ausgewählt werden.
Nicht jede negative Bewertung wird entfernt
Eine unangenehme oder kritische Rezension ist nicht automatisch ein Richtlinienverstoss. Google entfernt Bewertungen nicht allein deshalb, weil ein Betrieb mit der Kritik nicht einverstanden ist.
Entscheidend ist, ob die Bewertung gegen die Inhaltsrichtlinien verstösst, beispielsweise weil sie nicht auf einer echten Erfahrung beruht oder Teil eines manipulierten Bewertungsmusters ist.
Google auch für Bestellungen nutzen
Google spielt für Restaurants nicht nur bei Bewertungen eine Rolle. Mit Order with Google können Gäste bei unterstützten Betrieben direkt über die Google-Suche oder Google Maps zur Online-Bestellung gelangen.
Mehr dazu erfahren Sie in unserem Beitrag Lightspeed Kassensystem: Funktionen für die Schweizer Gastronomie.
Raoul Corciulo
CEO
Sales & Customer Success